Solidarische Rose http://SolidarischeRose.blogsport.de Ein antifaschistischer Blog Mon, 14 Jan 2019 11:01:36 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Veranstaltungsreihe „Aktiv werden gegen Nazis!“ http://SolidarischeRose.blogsport.de/2019/01/14/veranstaltungsreihe-aktiv-werden-gegen-nazis/ http://SolidarischeRose.blogsport.de/2019/01/14/veranstaltungsreihe-aktiv-werden-gegen-nazis/#comments Mon, 14 Jan 2019 10:51:19 +0000 Administrator Allgemein http://SolidarischeRose.blogsport.de/2019/01/14/veranstaltungsreihe-aktiv-werden-gegen-nazis/ Nazis gibt es in der Region um Zweibrücken schon lange. Widerstand dagegen auch. Allerdings passiert dieser Widerstand nicht von alleine, sondern benötigt Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Mit „Aktiv werden gegen Nazis“ wollen wir von der Solidarischen Rose euch dazu einladen unsere Arbeit zu unterstützen oder darüber hinaus antifaschistisch tätig zu werden.
Um gegen Nazis handeln zu können, muss man sie erst einmal erkennen. Darum haben wir gleich zwei Mal den Vortrag „How to detect a nazi“ organisiert, einmal in Homburg und einmal in Zweibrücken.
Der Film „Deckname Jenny“ soll einen Anstoß zu der Frage geben, warum man sich organisieren soll und was dabei zu beachten ist. Wir freuen uns auf aktive Teilnahme und Diskussion.
Da jede Aktion auch vorbereitet werden muss, wollen wir beim antirassistischen Kreativ- und Basteltag gemeinsam mit euch Material erstellen, welches dann hoffentlich auch zum Einsatz kommt.
Am 14. März wird voraussichtlich der alljährliche Fackelmarsch des Nationalen Widerstands Zweibrücken stattfinden. Es ist zwar Stand jetzt (Januar 2019) noch kein offizieller Gegenprotest angemeldet, aber ihr könnt euch sicher sein, dass wir den Nazis wieder etwas entgegensetzen werden. Also achtet auf Ankündigungen und geht mit uns am 14. März in Zweibrücken auf die Straße!

Wir freuen uns jederzeit über aktive Unterstützung oder Anregungen. Meldet euch einfach:
Per Mail solidarischerose@riseup.net
oder bei Facebook

Vortrag: How to detect a Nazi?

17. Januar 19 Uhr / Uni Klinik Homburg / Hörsaal der Physiologie, Gebäude 59 / Zusammen mit den Kritischen MedizinerInnen

18. Januar 18 Uhr / Mehrgenerationenhaus / Maxstr. 7 Zweibrücken / Zusammen mit den Jusos Zweibrücken

Um im Alltag gegen Neonazis handeln zu können, muss man diese erst einmal erkennen. Die meisten Nazis laufen heute allerdings nicht mehr mit Glatze, Springerstiefel und Bomberjacke herum. Sie versuchen ihr Aussehen unauffälliger zu gestalten und bedienen sich dabei unterschiedlicher Codes und Erkennungszeichen. Häufig wird dabei auf Stilmittel anderer Subkulturen zurückgegriffen. Aus diesem Grund sind Neonazis häufig nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen. Im Vortrag wird ein Überblick über neonazistische und extrem rechte Symbole sowie deren Geschichte gegeben. Besonders das Auftreten der lokalen rechten Szene steht dabei im Fokus.
Im Anschluss an die Veranstaltung in Homburg bieten die Kritischen MedizinerInnen eine Diskussionsrunde zum Umgang mit offensichtlich rechten Patientinnen und Patienten an. Hierbei liegt der Schwerpunkt darauf, wie rechtem Verhalten und Äußerungen oder auch Anfeindungen gegen die eigene Person Paroli geboten werden kann.

Links zu den Facebook-Events:
Homburg
Zweibrücken

Filmvorführung: „Deckname Jenny“

3. Februar 18 Uhr / Gasthaus Sutter / Pirmasenser Str. 114 / Zweibrücken

Rechtsruck in Europa. Die Grenzen werden dicht gemacht. Seenotrettungsschiffe wie die SeaWatch werden am Auslaufen gehindert. Ertrunkene Flüchtlinge im Mittelmeer. Jennys Bande schaut nicht mehr zu. Und handelt. Doch als Jennys Vater deren militante Ambitionen herausfindet, muss er sich seiner eigenen Vergangenheit als Mitglied einer Stadtguerillagruppe stellen. Der Deckname „Jenny“ und dessen klare Zuordnung verschwimmt um so mehr, je gefährlicher es für alle Beteiligten wird. Ein Film von hoher Aktualität. Subversiv. Feministisch. Anarchistisch. Generationsübergreifend.
Mit der Musik von GutsPieEarshot / NomiandAino. Im Anschluss stehen das Filmteam und Mitglieder
der Solidarischen Rose für Fragen und Diskussion zur Verfügung. Eintritt frei! Spende erwünscht.

Link zum Facebook-Event

Antirassistischer Kreativ- und Basteltag im P-Werk

2. März 16 Uhr / P-Werk Blieskastel / Blickweiler Str. 11 / Blieskastel

Protest gegen Nazis ist meistens bunt und vielfältig. Doch die Vorbereitung für diesen Gegenprotest ist immer wieder schwierig. Wolltet ihr schon einmal ein Transparent selber machen, aber wusstet nicht wie oder hattet keinen Platz zum Malen? Oder hattet coole Ideen für Sticker, aber niemanden der oder die euch bei der Umsetzung hilft? Dann kommt zum antirassistischen Kreativ- und Basteltag im P-Werk! Zusammen werden wir Fahnen und Transparente basteln, lernen wie man selbst Aufkleber und Schablonen gestalten kann und uns kreative Protest- und Widerstandsformen überlegen.
Die Teilnahme ist kostenlos. Für die Unkosten von Stoff, Farbe, Fahnenstöcke etc. freuen wir uns aber über Spenden.

Link zum Facebook-Event

Proteste gegen den NWZW

14. März

Achtet auf Ankündigungen!

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Volkstrauertag und Heldengedenken http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/11/04/volkstrauertag-und-heldengedenken/ http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/11/04/volkstrauertag-und-heldengedenken/#comments Sun, 04 Nov 2018 12:10:27 +0000 Administrator Allgemein http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/11/04/volkstrauertag-und-heldengedenken/ Zur Kritik einer traurigen Tradition in Zweibrücken und Deutschland

+++ Update: Die Veranstaltung wird unter anderem aufgrund starker Einschränkungen durch das Ordungsamt verschoben. +++

Im Rahmen des Bündnisses Gemeinsam gegen Rechts – Zweibrücken organisieren wir am 18.11. um 11 Uhr eine Kundgebung. Ort der Kundgebung ist Zweibrücken Ecke Mühlbergstraße – Römerstraße in der Nähe des Soldatenfriedhofes. Im Folgenden der Aufruf:

Seit 1952 findet jedes Jahr, zwei Sonntage vor dem ersten Advent, der Volkstrauertag statt. Dieser Staatliche Gedenktag dient dazu den Toten beider Weltkriege zu gedenken. Auch in Zweibrücken wird diese, bei näherer Betrachtung zweifelhafte Tradition gepflegt. Seit Anfang der Nuller Jahre trifft sich direkt im Anschluss an die offizielle Gedenkveranstaltung der Stadt auf dem Ehrenfriedhof im Ortsteil Ixheim die neonazistische Kameradschaft „Nationaler Widerstand Zweibrücken“ (NWZ) zum „Heldengedenken“.

Während der offiziellen Veranstaltung werden Kränze niedergelegt und man trauert gleichzeitig und unterschiedslos um alle Toten des zweiten Weltkriegs: Angehörige der deutschen Volksgemeinschaft, der Wehrmacht, der SS und SA und die ermordeten Jüdinnen und Juden, die politischen Gegnern des NS, die Opfer der deutschen Angriffskriege und die gefallenen Alliierten.
Nach diesem offiziellen Teil der Veranstaltung betritt seit nunmehr fast 15 Jahren der NWZ die Szenerie. Die organisierten Neonazis halten an der gleiche Stelle wie die Stadt Reden in denen sie den Tätern von Wehrmacht und SS gedenken und die Verbrechen des Nationalsozialismus verherrlichen. Um das Gesamtbild abzurunden werden schwarz-weiß-rote Fahnen geschwenkt und ein Trauerkranz mit gleichfarbigem Band neben den der Stadt gelegt.

Wir haben uns diese unwürdige Tradition lange angeschaut und uns verschiedene Fragen gestellt:

- Warum ist das unterschiedslose Gedenken aller Toten der NS Zeit keine angemessene Aufarbeitung der Vergangenheit?

- Was hindert die Teilnehmer der städtischen Veranstaltung daran, gegenüber dem jährlichen Neonazi-Aufmarsch ein Problembewusstsein zu entwickeln?

- Warum gibt es den Volkstrauertag in dieser Form und welche Ziele verfolgt die deutsche Erinnerungskultur?

Auf unserer Kundgebung wollen wir in diesem Kontext die städtische Gedenkveranstaltung und den Umgang mit Neonazis problematisieren. Erste Antworten auf die oben genannten Fragen sollen dabei Redebeiträge geben. Neben Beiträgen aus dem Bündnis wird der Autor und Historiker Erich Später sprechen. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter*innen der Presse sind eingeladen an der Kundgebung teilzunehmen, unsere Kritik am Volkstrauertag zu unterstützen oder sich mit ihr auseinander setzen.

Wir behalten uns vor Menschen die wir der rechten Szene zuordnen oder die den störungsfreien Ablauf von Redebeiträge beeinträchtigen von unserer Veranstaltung auszuschließen.

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Neonazis bedrohen Familien und sprühen Hakenkreuze http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/04/30/neonazis-bedrohen-familien-und-spruehen-hakenkreuze/ http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/04/30/neonazis-bedrohen-familien-und-spruehen-hakenkreuze/#comments Mon, 30 Apr 2018 14:13:31 +0000 Administrator Allgemein http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/04/30/neonazis-bedrohen-familien-und-spruehen-hakenkreuze/ In der Nacht vom 27. auf den 28. April ertappte ein Anwohner drei junge Männer, wie sie sich vor seinem Haus zu schaffen machten. Offensichtliche wollten die Männer etwas an die Fassade sprühen. Der Anwohner stellte die aggressiv auftretenden Männer zur Rede. Dabei äußerten sie deutliche ihre rechte Gesinnung und drohten den beiden in dem Haus lebenden Familien mit körperlichen Angriffen. Auch kündigten sie an, in den nächsten Tagen wieder zu kommen. Der Presse ist zu entnehmen, dass während den daraus entstandenen Handgreiflichkeiten einem der Neonazis die Nase gebrochen wurde. Daraufhin flüchteten die Männergruppe. Nach Augenzeugenberichten fingen die Neonazis auch noch Streit mit der später hinzugezogenen Polizei an.
In der darauf folgenden Nacht wurden zwei der drei Männer wieder vor dem Haus beobachtet. Sie sprühten fünf Hakenkreuze und konnten verschwinden bevor die alarmierte Polizei eintraf.
Die Antifagruppe Solidarische Rose gibt an, dass ihr die drei jungen Neonazis als Mitglieder und Unterstützer der lokalen Kameradschaft Nationaler Widerstand Zweibrücken bekannt sind. Die Attacke auf das Haus, in der auch eine syrische Familie lebt, ist ein weiterer Beleg für die aktive Naziszene der Stadt. „Zweibrücken ist nicht so bunt und weltoffen wie es Offizielle gerne darstellen. Neonazis ist weder mit Verständnis, noch mit Verharmlosung oder der Sorge um ein schöneres Stadtbild zu begegnen, sonder nur mit entschlossener antifaschistischer Gegenwehr“ so eine Sprecherin der Gruppe.

Informationen zur Zweibrücker Naziszene sind unter nationaler-widerstand-zweibrücken.org verfügbar.

Die in der Nacht vom 28.04. schlecht gesprühten Hakenkreuze

Bild

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Lesehinweis http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/03/29/lesehinweis/ http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/03/29/lesehinweis/#comments Thu, 29 Mar 2018 13:59:49 +0000 Administrator Allgemein http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/03/29/lesehinweis/ Dank unserer Genossinnen und Genossen von der Antifa Saar / Projekt AK sind auf der Webseite der lokalen Kameradschaft nun Gesichter und Informationen zu den Aktivitäten der Nazis verfügbar.

Wer sich also über die Vernetzung und Aktionsfelder des Nationalen Widerstands Zweibrücken informieren möchte, kann dies hier tun.

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Wie die Zweibrücker CDU Neonazis verharmlost und Protest dagegen delegitimiert http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/03/22/wie-die-zweibruecker-cdu-neonazis-verharmlost-und-protest-dagegen-delegitimiert/ http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/03/22/wie-die-zweibruecker-cdu-neonazis-verharmlost-und-protest-dagegen-delegitimiert/#comments Thu, 22 Mar 2018 10:41:45 +0000 Administrator Allgemein http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/03/22/wie-die-zweibruecker-cdu-neonazis-verharmlost-und-protest-dagegen-delegitimiert/ Im Nachgang der Kundgebung „Gemeinsam gegen Rechts“, welche das gleichnamige Bündnis gegen den Fackelmarsch der Neonazi-Kameradschaft „Nationaler Widerstand Zweibrücken“ am 14.3.18 organisierte, äußerten sich verschiedene Offizielle der Stadtpolitik. Unter anderem der Chef der Zweibrücker CDU Stadtratsfraktion, Christoph Gensch, in einer Pressemitteilung (1). Dabei versucht er offensichtlich, den Abbruch der Kundgebung von „Gemeinsam gegen Rechts“ auf dem Hallplatz durch das Ordnungsamt zu rechtfertigen sowie unseren Protest gegen die Neonazi-Demonstration zu diskreditieren und zu kriminalisieren. Die 15 Punkte umfassende Anfrage an den Stadtrat sowie die Polizeiinspektion Zweibrücken enthält neben mehr oder weniger allgemein gehaltenen Fragen zum Kundgebungsverlauf und dessen Auflösung durch das Ordnungsamt auch einige Fragen zur Solidarischen Rose und „linksradikal organisierten Störern“. Gensch versucht hier, ganz im Sinne der immer noch weit verbreiteten Extremismustheorie (2), Protest gegen Neonazis mit eben diesen gleichzusetzen. Außerdem beziehen sich viele der Fragen auf die zurückliegenden 10 Jahre, das Bündnis „Gemeinsam gegen Rechts“ besteht allerdings erst seit Oktober 2017, die Solidarische Rose seit Anfang 2016. Dies wird von Gensch unterschlagen, sei es nun absichtlich oder aus Unwissenheit.

Des weiteren versucht Gensch in absurder Art und Weise unsere Gruppe zu kriminalisieren. Hierzu weist er auf einen auf unserer Internetseite einen Link zu der unter höchst fragwürdigen Umständen verbotenen Internetseite „indymedia“ hin (3). In der darauffolgenden Frage möchte er wissen, ob in den letzten Jahren in Zweibrücken „Handlungsanweisungen für Demonstrationen und Demonstrationstaktiken“ von indymedia genutzt wurden. Als Beispiele dieser Demonstrationstaktiken nennt Gensch „Anschläge mit Farbbeuteln, Brandsätzen, Reizgas-Attacken, Angriffstechniken des schwarzen Blocks“, die so in Zweibrücken noch nie stattgefunden haben. Mit dieser mehr als absurden Aufzählung wird bewusst versucht, unsere Gruppe sowie unseren Protest gegen Neonazis zu diskreditieren sowie Ängste zu schüren.
Weiterhin spricht Gensch in einem der folgenden Punkte seiner Anfrage von“ Maßnahmen von Seiten der Veranstalter (…), um Gegendemonstrationen vor Instrumentalisierung linksradikaler Kräfte zu schützen“. Diese schon reichlich abenteuerliche Formulierung wird im darauffolgenden Satz noch ad absurdum geführt, indem Gensch das Stichwort „Linksradikales Gesocks demonstriert gegen rechtsradikales Gesocks“ wählt. Diese unsägliche Bezeichnung antifaschistischen Protests gegen Neonazis als „linksradikales Gesocks“ und die Gleichsetzung dessen mit Neonazis mit deutlichen Verbindungen in rechtsterroristische Kreise zeigt, dass Gensch weit geht, Protest gegen Neonazis zu verteufeln.

Anhand dieser Anfrage scheint für Gensch das Problem am 14.3. eindeutig von links ausgegangen zu sein. In keinem Satz beschäftigt er sich mit dem „Nationalen Widerstand Zweibrücken“, dessen Aktivitäten und Teilnehmern des neonazistischen Fackelmarschs. In diesem Kontext sollte erwähnt werden, dass zwei der Redner der Neonazi-Kundgebung in der Vergangenheit mit eindeutigen Kontakten in rechtsterroristische Kreise auffällig wurden. Der Kameradschaftsführer des „Nationalen Widerstand Zweibrücken“ Detlef Walk war bis zu deren Verbot im April 2016 Führungskader der „Weißen Wölfe Terrorcrew“, einer deutschlandweit organisierten rechtsterroristischen Gruppe, die Anschläge auf politische Gegner*innen, Menschen mit Migrationshintergrund sowie Vertreter*innen des Staates plante und durchführte. Neben Walk war auch NWZ-Mitglied Andreas Werner Fröhlich Teil dieses Netzwerkes (4). Einer der weiteren Redner am 14.3. war der Mannheimer NPD-Stadtrat Christian Hehl. Der unter anderem wegen Drogen- und Waffenhandel vorbestrafte Hehl musste wenige Tage zuvor vor dem Baden-Württembergischen NSU-Untersuchungsausschuss aussagen (5). Ebenfalls anwesend war der Sulzbacher Neonazi Alexander Flätgen, der wenige Tage vor dem 14.3. auf dem Rückweg von der rechten Kundgebung in Kandel einen 17-Jährigen mutmaßlichen politischen Gegner tätlich angegriffen hatte (6). Mitglieder des „Nationalen Widerstand Zweibrücken“ waren auch an gewalttätigen Ausschreitungen bei einer Demonstration in Berlin-Spandau zum Gedenken an Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß am 20.8.17 (7) sowie am 1. Mai in Halle und Apolda beteiligt (8). Dies bietet nur einen kurzen Einblick in das Gewaltpotential des „Nationalen Widerstand Zweibrücken“ sowie der sonstigen Teilnehmern des rechten Fackelmarsches. Doch dies scheint für Christoph Gensch und die CDU Zweibrücken kein Thema zu sein.

Die Stadtratssitzung vom 21.3. verdeutlichte diese Haltung der Zweibrücker CDU. Bürgermeister Christian Gauf (CDU) untersagte, dass die Ereignisse des 14.3. im Plenum diskutiert wurden, Fragen von Stadtratsmitgliedern sollen nun innerhalb der nächsten vier Wochen schriftlich beantwortet werden. Während es von der SPD und der Partei DIE LINKE auch kritische Anmerkungen zum Vorgehen des Ordnungsamts und der Untätigkeit der Stadt in Bezug auf die örtliche Nazikameradschaft gab, blieb die CDU ihrer bisherigen Linie treu. Stadträtin Christina Rauch (CDU) hielt die unkritische Unterstützung für das Ordnungsamt aufrecht. Gleichzeitig betonte sie, dass sich ihre Partei rechtsstaatlichen Prinzipien verpflichtet sehe und niemanden vorverurteilen würde (9). Das Behörden auch in einem Rechtsstaat Fehler machen können, scheint über den Horizont der CDU hinauszugehen. Auch das Prinzip der Unschuldsvermutung scheint für die Zweibrücker CDU nicht zu gelten wenn es gegen Links geht. Durch ihre tendenziöse Fragestellung an die Stadtverwaltung wird jede Form von Protest gegen den jährlich stattfindenden geschichtsrevisionistischen Fackelmarsch delegitimiert, während eine Nazikameradschaft, die Teil von extrem rechten Terrornetzwerken ist, für die CDU kein Problem darzustellen scheint.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass Gensch und die Zweibrücker CDU nicht nur versucht, Proteste gegen Neonazis mit absurden Anschuldigungen zu diskreditieren, während ihn der Fackelmarsch des NWZ sowie dessen Demonstrationsteilnehmer*Innen wenig zu interessieren scheint. Er scheint sich förmlich einen Zustand wie vor einigen Jahren herbeizusehnen, als Neonazis in Zweibrücken widerspruchslos demonstrieren konnten. Doch das werden wir zusammen mit vielen weiteren engagierten Menschen aus Zweibrücken und Umgebung nicht hinnehmen und auch weiterhin unseren Protest gegen Neonazis lautstark auf die Straße tragen werden.

Laut gegen Nazis – immer und überall!

Solidarische Rose Zweibrücken

1 https://www.facebook.com/CDUZW/posts/2209276995779533

2 http://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/200099/kritische-anmerkungen-zur-verwendung-des-extremismuskonzepts-in-den-sozialwissenschaften

3 http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-12/indymedia-linksunten-verbot-34c3

4 https://www.pfaelzischer-merkur.de/region/zweibruecken/terrorcrew-fuehrungsmitglied-aus-zweibruecken_aid-2019647

5 https://www.swr.de/swraktuell/bw/mannheim/mannheimer-neonazi-npd-stadtrat-im-nsu-untersuchungsausschuss/-/id=1582/did=21278294/nid=1582/pe9n6f/index.html

6 https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/saarbruecken/sulzbach/nach-attacke-im-regionalexpress-nach-saarbruecken-ermittelt-staatsschutz_aid-8009117?pgnr=1

7 https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1970256786593595&id=1728806767405266

8 https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1910533805899227&id=1728806767405266

9 https://www.pfaelzischer-merkur.de/region/zweibruecken/ratsdebatte-ueber-demo-aufloesung-verboten_aid-8064955?pgnr=1

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http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/03/22/wie-die-zweibruecker-cdu-neonazis-verharmlost-und-protest-dagegen-delegitimiert/feed/
Lautstarke Proteste gegen Neonaziaufmarsch am 14.03.2018 http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/03/16/lautstarke-proteste-gegen-neonaziaufmarsch-am-14-03-2018/ http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/03/16/lautstarke-proteste-gegen-neonaziaufmarsch-am-14-03-2018/#comments Fri, 16 Mar 2018 11:47:48 +0000 Administrator Allgemein http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/03/16/lautstarke-proteste-gegen-neonaziaufmarsch-am-14-03-2018/ Zusammen mit dem Bündnis Gemeinsam gegen Rechts Zweibrücken, der Partei Die Linke und dem Bündnis Buntes Zweibrücken haben wir am 14.03 zu einer Kundgebung gegen den Fackelmarsch der Kameradschaft „Nationaler Widerstand Zweibrücken“ aufgerufen. Um 17:30 versammelten sich erfreulicherweise über 100 Menschen auf dem Hallplatz. Durch Redebeiträge von Gemeinsam gegen Rechts, uns, der Solidarischen Rose, sowie der IG Metall Jugend wurde auf die Gefahren, die von Neonazis ausgehen aufmerksam gemacht und die Notwendigkeit des Protests gegen rechte Aufmärsche und Politik betont.

Gegen 18 Uhr beschlossen einige Personen sich Richtung Alexanderplatz in Bewegung zu setzen, um ihre Ablehnung auch in unmittelbarer Nähe der Nazis auszudrücken. Viele der Kundgebungsteilnehmer*innen schloss sich an.
Daraufhin wurde die Kundgebung von Gemeinsam gegen Rechts auf dem Hallplatz durch das Ordnungsamt aufgelöst. Dieses skandalöse und widerrechtliche Vorgehen zeigt erneut wie hart die Behörden in Zweibrücken gegen Nazigegner*innen jeder Couleur vorgeht. Die Fortsetzung der Kundgebung und damit eine bedeutende Anzahl von Redebeiträgen wurde so verhindert. Nach der Auflösung der Kundgebung folgten viele weitere Menschen der ersten Gruppe und protestiereten ebenfalls in Protesten in Hör- und Sichtweite der Nazidemonstration.

Auf Höhe des Schlossplatzes kam es dabei durch überfordert wirkende Polizist*innen zu körperlichen Angriffen mit Schlagstöcken auf die Spontandemonstration. Dabei wurde glücklicherweise niemand verletzt. Ein wesentlicher Teil der Spontandemonstration gelangte trotz dieser Attacke zum Alexanderplatz.

So konnten die Nazis schon bei ihrer Auftaktkundgebung durch Parolen, Trillerpfeifen und Transparente gestört werden. Bei ihrem anschließenden Fackelmarsch durch die Stadt wurden sie die ganze Zeit von lautstarkem Protest begleitet. Ein Teil der Antifaschist*innen schaffte es sogar auf die Route zu gelangen und so den Naziaufmarsch zumindest kurzfristig zu blockieren. Die Polizei machte allerdings schnell klar, dass sie den Aufzug der Nazis durchsetzen wollte und räumte die Blockade unsanft zur Seite.
Auch danach waren zwei Gruppen von Gegendemonstrant*innen in der Stadt unterwegs, die die Nazis bei ihrem weiteren Weg durch die Stadt störten. Die Abschlusskundgebung der Kameradschaft wurde ebenfalls durch Störaktionen von Antifaschist*innen beeinträchtigt.

Die Polizei hat mal wieder deutlich gemacht, dass der Feind für sie am 14.03. in Zweibrücken links steht.
Allerdings haben sich unsere Befürchtungen, dass nach den lächerlichen Verhaftungen im letzten Jahr und dem anschließenden Prozess die Polizei deutlich gewalttätiger und willkürlicher gegen Antifaschist*innen vorgeht zum Glück nicht bewahrheitet. Nach unserem Kenntnisstand wurde niemand ernsthaft verletzt und es gab auch keine Verhaftungen oder Ingewahrsamnahmen. Lediglich einige recht zweifelhafte Platzverweise wurden ausgesprochen.
Da die Einsatzkräfte aber intensiv die Gegenproteste abfilmten, kann es sein, dass es im Nachgang noch zu Anschuldigungen und Vorladungen kommt. Wenn ihr von Repressionen betroffen seid, die wir am 14.03 nicht mitbekommen haben oder noch Post von Behörden bekommt, nehmt Kontakt mit der Roten Hilfe oder anderen Antirepressionsstrukturen auf und meldet euch unbedingt bei uns! Mailadresse und PGP Key finden sich auf unserer Webseite unter der Kategorie Kontakt.

Insgesamt war der Tag für uns ein relativer Erfolg. Es waren trotz recht kurzer Mobilisierunsgzeit viele Antifaschist*innen in Zweibrücken. Außerdem haben sich zahlreiche Menschen den Protesten in direkter Nähe des Fackelmarsches angeschlossen und so die Nazis effektiv in ihrer Selbstinszenierung gestört. Obwohl die Polizei klarmachte, dass sie den Naziaufmarsch ohne Kompromisse durchsetzen würde, ist es uns sogar gelungen die Nazis für kurze Zeit zu blockieren.
Alles in allem war es der stärkste Protest gegen den Aufmarsch des „Nationalen Widerstands Zweibrücken“ seit Jahren.
Wir möchten uns nochmal bei allen bedanken, die da waren und uns unterstützt haben.

Kein ruhiges Hinterland für Nazis!

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http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/03/16/lautstarke-proteste-gegen-neonaziaufmarsch-am-14-03-2018/feed/
Am 14.3.2018 Nazis blockieren http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/03/11/am-14-3-2018-nazis-blockieren/ http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/03/11/am-14-3-2018-nazis-blockieren/#comments Sun, 11 Mar 2018 13:09:24 +0000 Administrator Allgemein http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/03/11/am-14-3-2018-nazis-blockieren/ Am 14.3.2018 wollen die Neonazis vom Nationalen Widerstand Zweibrücken durch Zweibrücken ziehen, um dabei in geschichtsrevisionistischer Weise der Bombardierung Zweibrückens im 2. Weltkrieg zu gedenken. Dabei leugnen sie die deutsche Kriegsverbrechen und verdrehen die Geschichte in widerlicher Weise.
Für uns ist es klar, dass wir dies nicht widerspruchslos hinnehmen werden und gemeinsam mit anderen Parteien, Initiativen und engagierten Einzelpersonen dem Naziaufmarsch einen lauten, entschlossenen und bunten Protest entgegen setzen.

Kommt am 14.3. mit uns auf die Straße und lasst uns zeigen, dass Nazis in Zweibrücken uns sonstwo nicht willkommen sind.

Wir rufen hiermit zur Teilnahme an der Kundgebung des Bündnis „Gemeinsam gegen Rechts Zweibrücken“ auf. Treffpunkt ist um 17:40 auf dem Hallplatz.

Alerta Antifascista!

Nazis blockieren

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Veranstaltungsrückblick: Filmvorführung „Blut muss fließen“ mit Regisseur Peter Ohlendorf am 06. März 2018 in Zweibrücken http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/03/11/veranstaltungsrueckblick-filmvorfuehrung-blut-muss-fliessen-mit-regisseur-peter-ohlendorf-am-06-maerz-2018-in-zweibruecken/ http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/03/11/veranstaltungsrueckblick-filmvorfuehrung-blut-muss-fliessen-mit-regisseur-peter-ohlendorf-am-06-maerz-2018-in-zweibruecken/#comments Sun, 11 Mar 2018 12:56:44 +0000 Administrator Allgemein http://SolidarischeRose.blogsport.de/2018/03/11/veranstaltungsrueckblick-filmvorfuehrung-blut-muss-fliessen-mit-regisseur-peter-ohlendorf-am-06-maerz-2018-in-zweibruecken/ Am Dienstag, 6. März, fand im Gasthaus Sutter in Zweibrücken die Vorführung des Dokumentarfilms „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ statt. Zu diesem Anlass war auch der Regisseur Peter Ohlendorf anwesend. Der Film wurde das erste Mal in Zweibrücken gezeigt. Etwa 40 Interessierte kamen der Einladung ins Gasthaus Sutter nach.

Für die Filmrecherche war der Journalist Thomas Kuban über Jahre unterwegs in der Rechtsrockszene. Dabei filmte er mit versteckter Kamera europaweit auf Nazi-Konzerten. Das Lied, welches auch dem Film seinen Titel gibt, begegnete ihm dabei immer wieder. In den Zeilen „Blut muss fließen, knüppelhageldick und wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik“ wird die Menschenverachtung und der brutale Antisemitismus der Konzertbesucher deutlich. Der Film zeigt auch, dass es sich bei diesen Menschen nicht um harmlose Musikhörer mit verirrtem Geschmack handelt, sondern um gewaltbereite Neonazis.

Im Kontrast zu diesen Szenen reiste der Journalist bei Tageslicht an dieselben Orte, sprach mit lokalen Initiativen und Behörden, die sich mit den Akteuren rund um die Konzerte auseinandersetzen. Dabei wird aufgezeigt, dass es auch bürgerlichen Gruppierungen möglich ist, diesen Problemen im regionalen Rahmen ein Ende zu bereiten. Erschreckend ist dabei wie insbesondere auf institutioneller Ebene die Probleme zu Einzelfällen heruntergespielt und verharmlost werden.

Dass auch im Zweibrücker Umland solche Konzerte stattfinden, zeigte im Anschluss an den Film die Brisanz des Themas. So besitzt die Kameradschaft Nationaler Widerstand Zweibrücken ein Grundstück zwischen Kirrberg und Bechhofen, das regelmäßig für Musikveranstaltungen genutzt wird. Auch im nahegelegenen Frankreich finden immer wieder Konzerte statt um dem Druck von Antifa und Behörden auszuweichen.
Jedoch sollte das Versagen der Behörden nicht zur eigenen Untätigkeit führen. Was die Zivilgesellschaft denn dagegen tun kann? Jede Möglichkeit nutzen, um sich den Nazis und ihren menschenverachtenden Ideologien in den Weg zu stellen!

Wir bedanken uns bei unseren Partnern der Rosa Luxemburg Stiftung Rheinland-Pfalz, dem Crithink! e.V. sowie der Antifa Saar/Projekt AK für die Unterstützung und die angenehme Zusammenarbeit.

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Vortrag: Was ist eigentlich Kapitalismus? Mit Lothar Galow-Bergemann http://SolidarischeRose.blogsport.de/2017/11/16/vortrag-was-ist-eigentlich-kapitalismus-mit-lothar-galow-bergemann/ http://SolidarischeRose.blogsport.de/2017/11/16/vortrag-was-ist-eigentlich-kapitalismus-mit-lothar-galow-bergemann/#comments Thu, 16 Nov 2017 17:24:28 +0000 Administrator Allgemein http://SolidarischeRose.blogsport.de/2017/11/16/vortrag-was-ist-eigentlich-kapitalismus-mit-lothar-galow-bergemann/ Am 8.12. laden wir von der Solidarischen Rose alle interessierten Menschen um 19 Uhr ins Jugendzentrum PWerk nach Blieskastel ein.
Gemeinsam mit der Antifa Saar und der Heinrich-Böll-Stiftung-Saar haben wir einen Vortrag mit Lothar Galow-Bergemann zum Thema „Warum kann die Politik diese Krise nicht stoppen – oder: Was ist eigentlich Kapitalismus?“ organisiert.

Die Krise, die 2008 mit dem Zusammenbruch eines renommierten Bankhauses begann, will bis heute nicht enden. Internationale Krisengipfel sind zur Normalität geworden, einen wirklichen Ausweg finden sie nicht. Die Politik vermag hin und wieder ein paar Löcher zu stopfen, doch regelmäßig reißen neue auf. Mit Perspektivlosigkeit und Zukunftsängsten vieler Menschen verbreiten sich einfache und gefährliche Erklärungsmuster. Wahlweise geben sie „unfähigen Politikern“, „gierigen Bankern“, „faulen Griechen“ oder gleich allen zusammen die Schuld an der Krise. Autoritäre, nationalistische und faschistoide Bewegungen werden nach oben gespült. Doch auch die liberalen Verteidiger der westlichen Demokratie hängen der Illusion an, man müsse eben nur „die richtige Politik“ machen. Genauso wenig wie ihre autoritären Widersacher hinterfragen sie die Grundlagen der herrschenden Wirtschaftsweise. Die Krise gibt es aber nicht etwa deswegen, weil sich Banken, Gewerkschaften, Unternehmerverbände
und Politik falsch verhielten, sondern weil sie das tun, was kapitalistisch richtig ist. Es handelt sich um die Systemkrise des Kapitalismus. Warum sind die Banken „systemrelevant“ und nicht die Menschen? Warum wird der Finanzsektor immer größer? Warum führt Produktivitätsfortschritt nicht zu einem besseren Leben für alle? Warum müssen wir dem Fetisch Wachstum dienen? Wer nur „die Politik“ kritisiert, wird darauf keine Antworten finden. Kritik der Ökonomie ist angesagt. Den Kapitalismus versteht nur, wer etwas von dem versteht, was ihm seinen Namen gibt – vom Kapital. Der Referent beleuchtet grundlegende Funktionsweisen des Kapitalismus und wirft dabei auch einen kritischen Blick auf allerlei Oberflächliches und Reaktionäres, das sich für „kapitalismuskritisch“ hält.

Lothar Galow-Bergemann war langjähriger Personalrat in zwei Großkliniken und schreibt u.a. in Jungle World, konkret und auf emafrie.de

Der Eintritt ist frei. Im Anschluss könnt ihr gerne Fragen stellen, diskutieren und den Abend gemeinsam mit uns gemütlich ausklingen lassen.

Flyer zum Download

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http://SolidarischeRose.blogsport.de/2017/11/16/vortrag-was-ist-eigentlich-kapitalismus-mit-lothar-galow-bergemann/feed/
Zur Kritik der deutschen Erinnerungskultur und der Gedenkveranstaltung am 9.11. http://SolidarischeRose.blogsport.de/2017/11/09/zur-kritik-der-deutschen-erinnerungskultur-und-der-gedenkveranstaltung-am-9-11/ http://SolidarischeRose.blogsport.de/2017/11/09/zur-kritik-der-deutschen-erinnerungskultur-und-der-gedenkveranstaltung-am-9-11/#comments Thu, 09 Nov 2017 13:35:43 +0000 Administrator Allgemein http://SolidarischeRose.blogsport.de/2017/11/09/zur-kritik-der-deutschen-erinnerungskultur-und-der-gedenkveranstaltung-am-9-11/ Die vollständige Ausrottung der jüdischen Bevölkerung im Nationalsozialismus in Zweibrücken ist der Stadt kaum eine Erwähnung wert. Die Erinnerung an die verschleppten, zur Flucht gezwungenen oder ermordeten Zweibrücker Familien findet praktisch nicht statt. Lediglich eine abgetretene Messingtafel vor dem Schloss und eine Hinweistafel vor dem Platz, an dem früher die Synagoge stand, erinnern daran, dass es hier einmal jüdisches Leben gegeben hat.
Warum wir uns als Solidarische Rose trotzdem nicht der Gedenkveranstaltung am 9.11. zur Reichspogromnacht anschließen, möchten wir im Folgenden ausführen.

Für die Veranstalter vom Bündnis Buntes Zweibrücken scheint es kein Widerspruch zu sein, unter anderem Vertreter der Stadt einzuladen, die regelmäßig am Volkstrauertag eine Veranstaltung durchführt, bei der auch den Mördern der nationalsozialistischen Wehrmacht gedacht wird.
Der Aufwand der jährlich stattfindenden Ehrungszeremonie, stellt den heutigen Abend und damit die Erinnerung an die tatsächlichen Opfer des Nationalsozialismus in den Schatten. Die Prioritätensetzung scheint somit klar. Auch dass man am Volkstrauertag der Kameradschaft Nationaler Widerstand Zweibrücken eine Bühne lässt ihr geschichtsrevisionistisches „Heldengedenken“ abzuhalten, scheint niemanden zu empören.

Die Wehrmachtsoldaten, denen am Volkstrauertag gedacht wird, waren ebenso Teil der deutschen Volksgemeinschaft wie jene Zweibrücker, die in der Nacht vom 9. November 1938 auf den Straßen tobten.
Jüdische Geschäfte wurden zerstört und geplündert, die Waren auf die Straße geworfen, Menschen verhaftet und deportiert. Die Zweibrücker Synagoge wurde am 10. November niedergebrannt. Vormals scheinbar akzeptierte jüdische Bürger Zweibrückens wurden bedroht und im Nachgang boykottiert. Vielen Familien blieb nur noch die Auswanderung, um nicht in den Ruin getrieben zu werden. Wer die Stadt nicht rechtzeitig verließ, wurde deportiert und umgebracht. Zweibrücken war das erste Gau, das verkünden konnte „judenfrei“ zu sein.

Selbstverständlich bleibt es notwendig diese Verbrechen in Erinnerung zu rufen, aber nicht so formelhaft und leer wie es bei den meisten Gedenkveranstaltungen Praxis ist. Die staatlich geförderte und praktiziere Form des Erinnerns motiviert nicht zur kritischen Reflexion über die historischen Entstehungsgründe des Nationalsozialismus oder die Nähe des eigenen Selbst zum NS. Die deutsche Erinnerungskultur tritt von vornherein mit einem moralischen Gestus auf, der behauptet ein bloßes Erinnern an die Verbrechen verhindert eine Wiederholung derselben.
Im Zentrum stehen also nicht Entschädigung der Opfer oder der dringend notwendige Kampf gegen Antisemitismus, sondern die Wiederherstellung der eigenen (deutschen) Identität und die Inszenierung als „Wiederaufarbeitungsweltmeister“.
Die so entstandene Erinnerungskultur produziert dann ein Holocaust-Mahnmal in Berlin „wo man gerne hingeht“ (Gerhard Schröder) und um das „in anderen Ländern manche die Deutschen beneiden“ (Eberhard Jäckel). Mit einem empathischen Gedenken an die Opfer und einem wirklichen Lernen aus der Geschichte hat all das nichts zu tun.
Forderungen nach finanzieller Entschädigung, wie sie enteigneten Aktionäre des Berliner Zoos oder griechische Opfer von Wehrmachtsmassakern formulieren, werden dagegen ignoriert. Stattdessen werden Gedenktafeln gebaut und Austauschprogramme oder „Zukunftsstiftungen“ eingerichtet. Wichtig ist es, dass die „Projekte“ einen kulturellen Mehrwert haben, der deutlich sichtbar ist, um daraus eine moralische Deutungshoheit über die Geschichte ableiten zu können und den Rest der Welt über einen richtigen Umgangmit dem Faschismus zu belehren.

Erinnerungskultur darf nicht bei toten Jüdinnen und Juden stehen bleiben, sondern muss sich entschieden gegen jede Form antisemitischer Agitation stellen. Dabei geht es nicht nur um den plumpen Antisemitismus von Neonazis oder Islamisten, sondern auch um den Antisemitismus der feinen Gesellschaft, der mal in schuldabwehrender oder antizionistischer Manier daher kommt. Folglich gehören Kameradschaften wie der Nationale Widerstand Zweibrücken ebenso mit allen notwendigen Mitteln gestoppt, wie der als „Israelkritik“ getarnte Antisemitismus deutscher Journalisten.

„Dass Auschwitz nicht noch einmal sei“ (Adorno) – ist nur umzusetzen, wenn die Motive, die dazu geführt haben verstanden und bekämpft werden!

Solidarische Rose im November 2017

Weiterführend dazu:
Theodor Adorno: „Erziehung nach Auschwitz“
70 years Kampagne: „The aftermath of the allied triumph over germany“

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