Veranstaltungsrückblick: Filmvorführung „Blut muss fließen“ mit Regisseur Peter Ohlendorf am 06. März 2018 in Zweibrücken

Am Dienstag, 6. März, fand im Gasthaus Sutter in Zweibrücken die Vorführung des Dokumentarfilms „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ statt. Zu diesem Anlass war auch der Regisseur Peter Ohlendorf anwesend. Der Film wurde das erste Mal in Zweibrücken gezeigt. Etwa 40 Interessierte kamen der Einladung ins Gasthaus Sutter nach.

Für die Filmrecherche war der Journalist Thomas Kuban über Jahre unterwegs in der Rechtsrockszene. Dabei filmte er mit versteckter Kamera europaweit auf Nazi-Konzerten. Das Lied, welches auch dem Film seinen Titel gibt, begegnete ihm dabei immer wieder. In den Zeilen „Blut muss fließen, knüppelhageldick und wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik“ wird die Menschenverachtung und der brutale Antisemitismus der Konzertbesucher deutlich. Der Film zeigt auch, dass es sich bei diesen Menschen nicht um harmlose Musikhörer mit verirrtem Geschmack handelt, sondern um gewaltbereite Neonazis.

Im Kontrast zu diesen Szenen reiste der Journalist bei Tageslicht an dieselben Orte, sprach mit lokalen Initiativen und Behörden, die sich mit den Akteuren rund um die Konzerte auseinandersetzen. Dabei wird aufgezeigt, dass es auch bürgerlichen Gruppierungen möglich ist, diesen Problemen im regionalen Rahmen ein Ende zu bereiten. Erschreckend ist dabei wie insbesondere auf institutioneller Ebene die Probleme zu Einzelfällen heruntergespielt und verharmlost werden.

Dass auch im Zweibrücker Umland solche Konzerte stattfinden, zeigte im Anschluss an den Film die Brisanz des Themas. So besitzt die Kameradschaft Nationaler Widerstand Zweibrücken ein Grundstück zwischen Kirrberg und Bechhofen, das regelmäßig für Musikveranstaltungen genutzt wird. Auch im nahegelegenen Frankreich finden immer wieder Konzerte statt um dem Druck von Antifa und Behörden auszuweichen.
Jedoch sollte das Versagen der Behörden nicht zur eigenen Untätigkeit führen. Was die Zivilgesellschaft denn dagegen tun kann? Jede Möglichkeit nutzen, um sich den Nazis und ihren menschenverachtenden Ideologien in den Weg zu stellen!

Wir bedanken uns bei unseren Partnern der Rosa Luxemburg Stiftung Rheinland-Pfalz, dem Crithink! e.V. sowie der Antifa Saar/Projekt AK für die Unterstützung und die angenehme Zusammenarbeit.