Spannende Diskussionen im Rahmen unserer Veranstaltung zu „German Gedenken“

Am 22. Juni haben wir zusammen mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Rheinland-Pfalz einen Vortrag unter dem Titel „German Gedenken“ in der Hochschule Zweibrücken ausgerichtet.
Die „make zoo pay“ Kampagne aus Berlin setzt sich für die eine materielle Entschädigung jüdischer Zoo-Aktionäre bzw. derer Angehöriger ein.

Ab 1938 wurden die jüdischen Aktionäre des Berliner Zoos vom NS-Regime systematisch enteignet. Der Berliner Zoo lehnte es im vergangenen Jahr aber ab, eine finanzielle Entschädigung zu leisten und investierte in eine Ausstellung sowie ein deutsch-israelisches Fellowshipprogramm. Die Kampagne für die Entschädigung der Opfer scheiterte.
Am Beispiel des Umgangs des Berliner Zoos mit seiner NS-Vergangenheit entwickelte der Referent eine allgemeine Kritik der deutschen Erinnerungspolitik. Das Scheitern der Kampagne steht sinnbildlich für das Scheitern der Gedenkkultur in Deutschland. Diese dient nicht dem ehrlichen Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, geschweige denn führt sie zu einem Schuldeingeständnis. Viel mehr wird die Erinnerungskultur als Vorwand genutzt, um als geläuterte Nation moralisch vorbildlich in der Welt aufzutreten. Die Shoah wird instrumentalisiert, um das Selbstbewusstsein der Deutschen zu stärken.

In der anschließenden Diskussion ging es darum, wie ein ehrliches Gedenken aussehen kann. Dabei wurden unterschiedliche Ansätze von privater und öffentlicher Gedenkarbeit angesprochen und auch die konkrete Arbeit von Schulen und Gedenkstätten hinterfragt.

Wir bedanken uns bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung Rheinland-Pfalz und dem AStA Zweibrücken für die erfolgreiche Zusammenarbeit. Vielen Dank auch an alle, die anwesend waren und mitdiskutiert haben.