Archiv für September 2016

Veranstaltungsrückblick 08.09.16

Am vergangenem Donnerstag, dem 9. September, fand der erste Vortragsabend unserer Kampagne „Um uns und unter uns – Rechte Bewegungen und Gegenstrategien“ statt.

Der erste von zwei Vorträgen vermittelte einen Überblick über aktuelle rechte Bewegungen in ganz Deutschland. Dabei wurde unter anderem auf die sogenannte „Neue Rechte“ um die Alternative für Deutschland, Pegida, die Identitäre Bewegung und den „Thintank“ der „Neuen Rechten“ das Institut für Staatspolitik eingegangen. Kurz wurde auch der Ethnopluralismus als wesentlicher Bestandteil des neurechten Denkens beschrieben. Diese Ideologie propagiert angeblich die Gleichwertigkeit von unterschiedlichen Kulturen, verteufelt aber eine „Vermischung“. Kultur wird hier als unveränderliches Merkmal eines „Volkes“ verstanden, welches auf jeden Fall erhaltenswert ist und aus dem Individuen nicht ausbrechen können.

Auch die klar neonazistischen Organisationen DIE RECHTE, NPD und der 3. Weg waren Thema. Hier ist eine Entwicklung weg von der lange dominierenden NPD hin zu Kleinstparteien, die sich deutlich radikaler und militanter präsentieren, zu beobachten. DIE RECHTE und der 3. Weg haben kaum parlamentarisch Erfolgsaussichten, nutzen aber die Parteistruktur um Verbote zu erschweren.


Das zweite Referat des Abends beleuchtete die Vergangenheit und Gegenwart des Nationalen Widerstands Zweibrücken genauer. Hier wurde der Fokus neben den regionalen Aktivitäten in und um Zweibrücken auch auf die überregionale Vernetzung der Neonazikamerdaschaft gelegt. Während sie Ende der 2000 noch eng mit der NPD zusammenarbeitete, sucht der NWZW inzwischen den Kontakt zu deutlich gewaltbereiter auftretenden Gruppen. Belege dafür sind unter anderem gemeinsame Aktivitäten mit der neonazistischen Kleinstpartei DIE RECHTE und die Mitgliedschaft von Detlef Walk und Andreas Fröhlich in der mittlerweile verbotenen militanten Weiße Wölfe Terrorcrew.


Das wir mit unserer Themensetzung in Zweibrücken in ein Wespennest gestochen haben, offenbarte sich, als kurz vor Beginn der Veranstaltung der Nationale Widerstand Zweibrücken in nahezu Vollbesetzung in Person von Detlef Walk, Jannik Telöken, Manuel Klein, Tobias Schlink, Daniel Krämer und Michael Schmidt auftauchte. Selbstverständlich waren und sind wir nicht bereit, eine solche Veranstaltung in Anwesenheit von Neonazis durchzuführen und verwehrten ihnen den Eintritt.

Aufgrund mangelnder Kommunikation von unserer Seite mit dem Inhaber des Hausrechts im Vorfeld der Veranstaltung entfernten sich die Nazis erst nach einer halbstündigen Diskussion mit diesem.
Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Besucher_innen entschuldigen, die sich durch dieses Szenario bedroht gefühlt haben.

In der Zukunft werden wir Maßnahmen treffen für einen friedlichen und störungsfreien Ablauf.

Wegen der unangenehmen Situation vor der Tür begannen die Vorträge mit circa 20 Minuten Verspätung. Die mehr als 30 Besucher_innen hörten interessiert zu und es konnten noch einige Fragen gestellt und beantwortet werden. Aus inhaltlicher Sicht war der Abend auf jeden Fall ein Erfolg.

Wenn weiteres Interesse besteht, können wir diese Vorträge gerne wiederholen, außerdem werden wir sie demnächst verschriftlichen und als Flugschrift veröffentlichen.

Der zweite Vortrag der Kampagne “Um uns und unter uns“ findet voraussichtlich am 21. September um 19 Uhr statt(Ort wird noch bekannt gegeben). Dabei werden wir vergangen und zukünftige Aktivitäten der Solidarischen Rose sowie unsere allgemeine Zielsetzung vorstellen. Des weiteren präsentieren uns die Genoss_innen von Antifa Saar Projekt AK die Kampagne „HasshatKonsequenzen“ welche wir offiziell unterstützen. Selbstverständlich haben auch hier Nazis keinen Zutritt.